Der letzte Ton in Antagonien

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    • Der letzte Ton in Antagonien

      Die Schreibstube hat ja lange keine neue Geschichte gesehen... deshalb hier etwas Kleineres von mir, was ich ohne größeren Anspruch geschrieben habe.
      Der Text ist das Ergebnis einer kleinen Übung. Innerhalb kurzer Zeit sollte etwas zu folgenden Vorgaben geschrieben werden:
      "Zu Fuß nach Tibbets Bach zu marschieren kam auf gar keinen Fall in Frage"
      zentrales Verb: verklingen

      ***


      „Nein, das machen wir nicht mit, Hank“, sagte der Kapellmeister. Hank war unser Anführer. Er bestimmte, wohin es ging, er gab die Befehle. Aber Tibbets Bach, zu Fuß? Das ging uns zu weit. Da konnte er noch so grimmig gucken, niemals würden wir ihm ohne ein Transportmittel nach Tibbets Bach folgen. Die Tuba- und die Paukenspieler murrten schon seit Tagen, verständlicherweise. Auch die Leute mit dem Gigantischen Gong schimpften inzwischen auf unseren Anführer, nannten ihn einen rücksichtslosen Sklaventreiber, einen Leuteschinder sondergleichen.

      Der Rest hatte sich bisher zurückgehalten. Trompeten, Querflöten und Kastagnetten wogen eben bedeutend weniger, als so eine mörderische Pauke, wie die von Jessie, und selbst der hatte sich trotz der Strapazen der letzten Wochen enorm zusammengerissen. Aber das war jetzt vorbei. Ein offener Konflikt mit Hank ließ sich nicht mehr vermeiden, also ließ jeder, absolut jeder seine Zurückhaltung fallen und schimpfte wie ein Rohrspatz. Um dem Aus- und Aufstand Ausdruck zu verleihen, prügelte jeder aus seinem Instrument die schiefsten, schrillsten und lautesten Töne, die es zu bieten hatte. Ein heilloses musikalisches Durcheinander.

      Hank schrie. „Das steht nicht zur Debatte, wir marschieren nach Tibbets Bach! Und wenn wir dort sind, bringen wir den Menschen die Musik zurück!“
      Der Kapellmeister hielt wütend dagegen: „Aber Tibbets Bach ist eine Insel, zu Fuß kommen wir dort niemals an!“

      Darauf wusste selbst Hank nichts zu entgegnen. Zwar waren wir, die Allerletzte Beschissene Band Antagoniens – kurz ABBA – mit dem seltenen Talent der Unterwasseratmung gesegnet, aber ein Großteil unserer Instrumente bestand aus Holz. Nach dem Fußmarsch von zwei Tagen auf dem Meeresgrund wäre unsere Musik noch beschissener, wenn wir endlich auf Tibbets Bach ankämen. Außerdem müssten wir den Gigantischen Gong zurücklassen, denn auf halbem Weg hätten wir eine Verwerfung zu überwinden. Und ohne unseren Gong wäre das Ende des zweiten Taktes des ersten Aktes nur halb so schön.

      „Wir machen keine halben Sachen“, riefen die Gongleute und schlugen dem Großen Schlägel mit voller Wucht gegen ihren Gigantischen Gong. Der Ton war beschissen. Das lag zum Einen daran, dass wir vorgestern sowohl den Großen Gong, als auch den Gigantischen Schlägel verloren hatten, zum Anderen passte er gut zu unserer Musik.
      „Keine halben Sachen, keine halben Sachen“, skandierten daraufhin die Sänger in einer Melodie aus gemischtem b-moll und E-Dur.

      Der Kapellmeister versuchte zu vermitteln. „Hank, warum nehmen wir nicht einfach ein Boot? Oder ein Flugzeug, diese alte Antonov sollte doch noch auf dem Zirkalischen Flugfeld rumstehen. Niemand hat etwas davon, wenn wir verwässerte Sonaten aufspielen, von Bach oder Händels Kleiner Wassermusik mal abgesehen. Weder die Leute auf Tibbets Bach, noch unsere musikalische Revolution könnten wir damit unterstützen.“
      „Wir... marschieren... zu... Fuß! Noch ein Widerwort, und ich scheide demjenigen die Eier ab!“
      „Wie-hie-hie-der-wooort, die-hie Eieiei-er ab“, stimmen alsdann die Sänger an.

      Hank nahm seine Machete vom Gürtel und säbelte jedem Singenden gekonnt die Eier ab. Als die Sänger in ziemlich hoher, fast schon schriller Tonlage weitermachten, hackte er ihnen auch noch die Köpfe vom Rumpf. Im Rhythmus sprudelte das Blut aus den Hälsen, wie bei einem kaputten Springbrunnen.

      Stille kehrte ein. Keiner wagte etwas zu sagen, niemand wollte Hanks Aufmerksamkeit erregen, bis zögerlich, dann immer energischer die Tubaspieler loslegten. „Wir marschieren nicht! Wir marschieren nicht!“
      Hank köpfte auch sie. Schaum troff ihm aus dem Maul.

      Jetzt begannen die beiden Didgeridoo-Spieler. Aber nicht für lange! Nacheinander verloren jetzt die Flötisten, die Gitarristen, die Gongschläger, Trommler, Kastagnettenklapperer, Trompetenspieler, Kontrabassisten, Violoncellisten, Geigenstreicher und -zupfer, die Maultrommler, die Nasenflötisten, ja, selbst die Schlagzeuger und die Triangulisten, Akkordeonzieher und die Dudelsackspieler ihre Häupter.

      Zuletzt blieben nur noch der Kapellmeister und Hank übrig.
      Der Kapellmeister öffnete seinen Mund, klappte ihn aber ohne etwas zu sagen wieder zu, als er Hanks zornigen Blick bemerkte. Stattdessen griff er sich einen Paukenschlägel und schlug einmal kräftig auf die nächste Pauke.
      „Jetzt“, rief er erbost, „jetzt ist in diesem Land der letzte Ton verklungen!“
    • Diesmal ohne Übung sein zu wollen, mehr aus einer Laune heraus schrieb ich eine kleine Fortsetzung. Mal sehen, vielleicht kommt noch mehr.


      ***


      Niemals, niemals wieder würde sich Franco freiwillig zum Wachdienst melden. Als die äußeren Bedrohungen immer mehr zunahmen, warb die Königliche Armee ständig neue Soldaten an, immer neue Versprechungen sollten desillusionierte Bauernsöhne und Zweitgeborene zur Truppe locken. Auch Franco ließ sich überreden. Eigentlich plante der jüngste Sohn einer Handwerkerfamilie, sein Glück in der Ferne zu versuchen, weit weg, jenseits der Grenzen des Königreichs Antagonien, vielleicht als Schüler eines berühmten Malers oder als Kneipenwirt? Die Argumente des Königlichen Anwerbers waren wohl zu überzeugend gewesen. Von patriotischer Pflicht war die Rede, vom drohenden Untergang des Vaterlandes, wenn nicht jedermann seinen Dienst an der Waffe tat. Hinzu kam Francos Angst vor dem Unbekannten, das ihn möglicherweise mit Haut und Haaren verschlingen würde, setzte er nur einen Fuß auf fremdes Land. Vampire hausten da draußen, und Ghule, die den schleichenden Tod verbreiteten. Das waren doch alles nur Geschichten, so hatte er sich bisher die eigene Furcht kleingeredet, Erzählungen, um die Menschen brav und gefügig im Lande zu behalten, aber jetzt, wo es eine Alternative gab, hörten sie sich nicht mehr so harmlos an. Nein, Franco ließ sich ein Gewehr geben, ein altes Repetiergewehr mit Bajonett, und meldete sich jetzt auch noch freiwillig zum Wachdienst!

      Nun stand er hier auf dem Turm und starrte in die nächtliche Finsternis, ohne irgendetwas zu erkennen. Jedes kleinste Geräusch ließ ihn zusammenzucken. Wer hätte für möglich gehalten, dass Füchse im Unterholz haargenau so klingen würden, wie tausende anrückende Feindsoldaten, vielleicht sogar Ghule?

      Vlads aufgeregtes Geflüster machte die Sache gewiss nicht besser. Ebenfalls ein Rekrut, und doppelt so aufgeregt, redete er sich und Franco beständig Mut zu, ohne jedoch zu merken, dass er damit exakt das Gegenteil bewirkte.

      Mit gedämpfter Stimme schwatzte er: „Bisher war ja alles ruhig, da können wir uns glücklich schätzen, letzte Woche mussten sie einen Angriff von Killerkunstrasen zurückschlagen, die Musiker waren die Schlimmsten, schon mal Instrumente spielende Kunstrasen gesehen, das war die Hölle, sag ich dir, ein Glück haben wir in Antagonien keine Musik mehr, uns geht’s gut, jaja, wenn die da draußen das nur einsehen würden, aber das tun die ja nicht, stattdessen greifen sie uns ständig an, glauben, wir wären Faschisten oder so was, was weiß denn ich, jedenfalls find ich’s gut, wie’s ist, ach wusstest du, dass wir vorletzte Woche fast von Gummireifen überrollt wurden, die haben eine Rampe geformt, und die anderen sind direkt auf die Mauer hoch, man, das war ne ziemliche Sauerei, sag ich dir, vor allem, als wir die Rampe angezündet haben, hat das gestunken, aber seitdem wissen wir, dass die Gummireifen auch riechen können, die hat der Geruch ihrer brennenden Kameraden zurückgetrieben, und seitdem haben wir keinen einzigen von denen mehr gesehen, aber noch schlimmer war der Angriff der Obstsorten, angeführt von Dominic, dabei ist Dominic gar kein Obst, aber trotzdem war er der Chef, das hat man ganz deutlich gesehen, weil er von zwei Birnen auf einem Schild getragen wurde, der wollte dauernd jemanden zum Verprügeln haben, weiß Gott, warum, jedenfalls griffen die uns tatsächlich an, indem sie sich gegenseitig auf die Mauer warfen, wo wir sie nur mit äußerster Mühe zurückdrängen konnten, wir hatten herbe Verluste, stell dir vor, Marius ist an einem Kirschkern erstickt und den armen Bolle hat ein Kürbis am Kopf getroffen, der ist jetzt total gaga, also der Bolle, nicht der Kürbis, naja, zum Glück konnten wir den Angriff abwehren, indem unsere Kleine-Kinder-die-kein-Obst-mögen-Brigade einen Ausfall wagten und das ganze Obst zurück über die Grenze drängten, aber ein Glück ist es heute Nacht ruhig.“

      Franco sah seinen Kameraden sehr lange an, dann meinte er nur: „Ja, was ein Glück.“
      Wieder einmal bereute er, nicht doch eine Kneipe in irgendeiner Stadt weit, weit weg von hier eröffnet zu haben, und selbst wenn die Kundschaft hauptsächlich aus Vampiren, Ghulen, Kunstrasen oder was auch immer bestünde, so schlimm wie hier konnte es nicht sein. Antagoniens Regent herrschte autoritär, beschloss Gesetze gegen seine Kritiker, Gesetze, die die antagonischen Bürger in ihren Freiheiten beschnitt, aber trotzdem hielten sie zu ihm, wie zu einem unfehlbaren Gott. Er würde schon wissen, was gut für Antagonien sei. Als der Regent die Musik verbot, musste Franco all seine guten Platten herausgeben. An einem nationalen Feiertag wurden riesige Feuer entzündet, auf die jubelnde Menschen ihre Tonbänder, Instrumente und Notenhefte warfen, und mit dem Brustton der Überzeugung riefen: „Nieder mit dem Verkommenen! Musik ist Verfall!“

      Franco aber trauerte nur den schönen, manchmal melancholischen, ab und zu auch aggressiven Melodien nach, die all seine Stimmungen, seine emotionalen Momente begleiteten, ihm hin und wieder Trost spendeten und oft einfach nur da waren. Sie schienen ihm echte Freunde gewesen zu sein. Und Freunde, das hatte Franco schon früh gelernt, Freunde vermisst man, wenn sie nicht mehr da sind. Hätte er doch nur auf seine innere Stimme gehört, die ihn forttrieb, fort von hier, weg aus diesem Land der Trostlosigkeit und der verherrlichten Härte. Stattdessen hatten ihn die sirenenhaften Versprechungen des Königlichen Anwerbers bezirzt, stattdessen musste er sich nun das Gewäsch seines Kameraden anhören.

      Der schaute ihn beunruhigt an und fragte leise: „Alles in Ordnung bei dir?“
      Zu einer Antwort kam Franco nicht mehr, denn in diesem Moment schälten sich riesenhafte Zeppeline aus der Dunkelheit, und eine Horde seltsamer Echsenmenschen stürmte auf die Mauer zu. Als sich weitere Echsen von den Zeppelinen abseilten, hatte Franco den Entschluss gefasst: „Ich ergebe mich, ich will keiner mehr von denen sein! Ich ergebe mich“, rief er, so laut es seine Kehle zuließ.

      Ein plötzlicher Schmerz zuckte durch seinen Körper, und die Spitze eines Bajonetts fraß sich aus Francos durchbohrter Brust. Vlads biestige Stimme giftete: „Verrecke, du Verräter!“

      Ein letzter Atemzug, dann wurde alles schwarz um ihn herum.
    • Wieder ein kleiner Einblick in die Welt des Reiches Antagonien, genauer gesagt die Welt außerhalb des Reiches.


      ***


      392 d.4.Ä., nahe der antagonischen Grenze


      Dariosh neigte seinen geschuppten Kopf unter dem niedrigen Türsturz hindurch und trat ein. Der Admiral und gleichzeitig Kommandeur der Invasionskräfte Öbarans saß an seinem Arbeitstisch über etwas gebeugt, das einer Karte ähnelte, nur dass einzelne Elemente darauf verschoben werden konnten. Militärische Anlagen und kleine metallene Miniaturen von Luftschiffen und Soldaten wurden je nach aktueller Lage platziert und konnten bei Bedarf auch ganz entfernt werden. Nach Möglichkeit sollte die letztere Option nicht die eigenen Figuren betreffen.
      „Setzen Sie sich“, sagte der Admiral, ohne den Blick zu heben.

      Der Angesprochene kam der Aufforderung nach und sah sich um.
      Wer auch immer diesen Raum gestaltet hatte, er verdiente Darioshs Respekt – diese perfektionierte Symbiose aus den Überbleibseln der Alten Zivilisation und moderner Technologie schien einem wahren Genie gelungen zu sein.

      Als das Kommando in den Ruinen der Alten Zivilisation eingerichtet wurde, ließ es sich der Hohe Rat nicht nehmen, hier gleich einen ganzen Außenposten aufzubauen, der auch nach dem Krieg noch Bestand haben sollte. Mechanische Arbeiterspinnen befreiten das Tunnelnetz von jahrtausendealten Trümmern und legten Dampf- und Wasserleitungen hinein. Auch ein Rohrpostsystem wurde installiert, damit eine schnelle Kommunikation zwischen dem Kommando und den Truppen erfolgen konnte.
      Viele Überreste der Alten Zivilisation gaben den öbaranischen Archäologen noch immer Rätsel auf. Um ehrlich zu sein, blieb das Meiste im Dunklen verborgen, während die Forscher hin und wieder eine Fackel hineinwarfen und den winzigen Fleck, den sie einen Augenblick erhellte, betrachteten. Beispielsweise mussten die Alten nur unwesentlich kleiner gewesen sein, als die Öbaraner heute, und auf den Schienen dieses Tunnelsystems fuhren einst ihre Fortbewegungsmittel – aber wie trieben sie sie an? Es fehlten Abgasschächte, die den Kohledampf nach außen leiteten, dafür fand man seltsame Metalldrähte an den Wänden. Zog man sich einfach daran entlang? Eines dieser Gefährte zu finden würde enorm helfen, aber aus irgendeinem Grund waren sie alle verschwunden.

      Geheimnisvolle Lebewesen schienen es jedenfalls gewesen zu sein, die vor langer Zeit einmal auf dem Planeten gelebt hatten, und vollkommen andersartig. Trotzdem waren sie so mächtig, dass man heute noch überall ihre Hinterlassenschaften fand. Meist nur Ruinen, verschüttete Tunnel, wie diese hier, oder Grundmauern verschiedenster Gebäude, aber wann genau sie auf dem Planeten lebten und welche Umstände zu ihrem Verschwinden geführt hatten, das wusste niemand so genau.
      Die Mystiker Öbarans folgten der uralten Lehre, die Alten hätten alle heutigen Lebewesen geschaffen und wären dann zu den Sternen gegangen, von wo sie ihre Schöpfung beobachteten. Dariosh hingegen war eher der Ansicht, dass die Alten ausstarben, als ihre Zeit gekommen war, und die Öbaraner und auch die Antagonier traten ihre Nachfolge an. Gut, gestand er sich ein, auch den Kunstrasen, Gummireifen und den sprechenden Pflanzen musste man so etwas wie Zivilisation zugestehen, zumal und vor allem jetzt, im gemeinsamen Kampf gegen das Antagonische Reich.

      Endlich hob der Admiral den Kopf. „Ach, Sie sind’s. Was macht unser Flaggschiff, der… der…“
      Er wedelte mit der Hand, während er sich krampfhaft an den Namen des wichtigsten Luftschiffs der Invasion zu erinnern versuchte.
      „Der Rote Waran.“
      „Ja genau, wie ist sein Zustand?“
      „Wie Sie vielleicht wissen, ist während des Landemanövers ein Stabilisator ausgefallen, weshalb die Landung etwas, nennen wir es, fordernd für die Mannschaft war. Aber sie hat ihr Bestes gegeben und den Roten Waran mit nur mäßigen Beschädigungen zu Boden gebracht. Derzeit arbeiten fünf Spinnen am Rumpf und unser Bordingenieur nimmt sich dem beschädigten Getriebe an, sodass wir in ein bis zwei Wochen startklar sind.“
      „Ein bis zwei Wochen, soso…“, murmelte der Admiral und kratzte sich nachdenklich am grüngeschuppten Kinn. „Die Sache ist die, dass nach den Gummireifen auch die Obstsorten auf eigene Faust angegriffen haben, und auch die Kunstrasen werden langsam unruhig. Unsere Allianz mit den niederen Völkern bricht immer weiter auseinander.“
      „Heißt das, wir sind auf uns allein gestellt?“
      „Ja, das heißt es wohl… es sei denn, Sie können wenigstens die Kunstrasen zum Abwarten bewegen.“ Er hob beschwichtigend die Hand. „Niemand, nicht einmal ich, würde Sie zu einem solchen Schritt zwingen, das ist ganz allein Ihre Entscheidung! Wir wissen, wie schwierig der Umgang mit diesen seltsamen Kreaturen sein kann, zumal ihnen erst seit wenigen Jahrzehnten Worte wie ‚Kultur‘ oder ‚Anstand‘ geläufig sind. Wir würden diesen Krieg auch ohne sie führen, aber jeder gefallene Kunstrasen bedeutet mehr überlebende Öbaraner. Überlegen Sie es sich, Kapitän.“
      „Admiral.“

      Dariosh betrat wieder den Tunnel und grübelte. Eigentlich war seine Entscheidung längt gefallen, aber jede Sekunde, die er sich diesen Umstand nicht eingestand, war eine Sekunde länger, die ihn von dem erniedrigenden Treffen mit den Kunstrasen trennte. „Was soll‘s“, dachte er halblaut, „sollen die Kunstrasen doch alle draufgehen, solange wir am Ende gegen das faschistische Antagonien triumphieren.“