[Tutorial] Wie verbessere ich meinen Schreibstil?

  • RPG – Tutorial „Wie verbessere ich meinen Schreibstil“



    Vorwort: Dieses Tutorial soll Neulingen dienen, um sich ein Bild von der Materie des Schreibens von Foren-Rollenspielen zu machen. Es soll in keinem Fall einen Schreibstil als perfekt kennzeichnen, oder ( ausgenommen missbilligte Formen) keine Schreibweise einer anderen vorziehen. Ich hoffe, dass euch dieses Tutorial helfen kann.
    Schwerpunkt liegt auf der Verwendung sprachlicher Mittel zum Aufbessern des Stils.



    Inhaltsverzeichnis


    I – Wie bringe ich meine Ausdrücke zu Papier?
    I – I Die Vorarbeit eines Posts
    I – II Abwechslung im Sprachstil
    I – III Genaues Ausdrücken (mithilfe von Adjektiven ,Adverben & Partizipien)
    I – IV Verwendung von Umgangssprache


    II – Erweiterte Hilfen
    II – I Gerundien zur Vereinfachung der Sprache
    II – II Charakterspezifische Atmosphäre
    II – III Allgemeines zum Abschluss



    Kapitel I – Wie bringe ich meine Ausdrücke zu Papier?


    I.Die Vorarbeit eines Posts


    Damit euer RPG-Post auch schön in die Geschichte passt, solltet ihr euch nach bestem Vermögen die Situation vorstellen,die gerade gespielt wird. Anders ist es eigentlich gar nicht möglich, einen realistischen Beitrag zum Rollenspiel zu schreiben. Denkt euch logische Reaktionen aus, die euren Charakter nicht verdrehen. Wenn ihr euch die Situation vorstellt, fallen euch zumeist sowieso die passenden Wörter ein.






    II.Abwechslung im Sprachstil


    Zitat

    Er erblickte einen Turm. Danach erblickte er ein Tal. Unmittelbar darauf erblickte er ein Haus.


    Wer dieses Beispiel aufmerksam gelesen hat,dem ist vielleicht eine Sache sehr aufgestoßen. Das das Lesen deutlich behindernde Verwenden ein-und-des-gleiches Wortes in aufeinander folgenden Sätzen. Dies hört sich einfach nicht schön an. Bringt ein wenig Abwechslung in eure Beiträge. Zumeist gibt es auf ein und der gleichen Sprachebene mehrere Ausdrücke mit (situationsabhängiger) Bedeutungskongruenz und falls dies nicht der Fall ist, bleibt sowieso nur noch die Verwendung von „Füllsätzen“.
    Ein reines Beispiel für das obige Beispiel:

    Zitat

    Er blickte unwillkürlich auf einen Turm. Nachdem er seinen Blick abgewendet hatte, sah er in ein Tal hinab. In diesem konnte er ein Haus erkennen.
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    Hier wurde zugleich auch der Stil verbessert, indem der Satzbezug verstärkt wurde.




    III.- Genaues Ausdrücken


    Für eine gute Ausdrucksweise muss man ein wenig mit der Sprache „spielen“. Die Verwendung von Adjektiven ( - der starke Mann ), Adverben ( - das rasche Handeln ) und Partizipien ( - der essende Junge [Partizip Präsens] ; der versteckte Schatz [Partizip Perfekt als Attribut] )



    Zitat

    Der Mann schwang das Schwert. Er stand dabei. Das Schwert war angeschliffen.


    Wenn man seinen Lesern ihre Fantasie lassen will,dann wählt man sicherlich so eine Variante. Denn hier ist alles so dürftig beschrieben, dass man es kaum noch einkürzen könnte. Eine schönere Alternative:
    Adjektive zur Attributbeschreibung
    Adverben zur Handlungsbeschreibung
    Partizipien zur Objektbeschreibung


    Zitat

    Der junge Mann schwang stehend das lange, angeschliffene Schwert.


    Hier haben wir die Informationen aus drei abgehackten Sätzen sprachlich einwandfrei in einem untergebracht. Beizeiten kann es allerdings auch besser klingen,die Informationen in Nebensätze zu verfrachten. Dies ist immer dann zu empfehlen, wenn die Informationen nicht in den Hauptsatz „reingequetscht“ wirken.



    IV – Verwendung von Umgangssprache


    „Hey Jupp, kannste mir ens die Schüpp da jeve?“ (Rheinländisch für „Hey Josef,kannst du mir mal die Schaufel dort geben?“)
    Einige Leute tendieren dazu, Umgangssprache und Alltagsfloskeln in ihren Schreibstil einfließen zu lassen. Im Grunde ist dies (nicht zu unrecht) missbilligt. Ein hochdeutsch verfasster Text ließt sich viel flüssiger als Plattdeutsch. In der wörtlichen Rede und in Gedanken muss man differenzieren. Hier kommt es mehr auf den Charakter an. Spielt ihr einen ruppigen Piraten, dann werdet ihr wohl kaum zu hochdeutschen Reden greifen → es passt nicht zum Charakter. Ein hoher Adliger jedoch wird sich in der Regel vornehm ausdrücken. Dies muss situationsbedingt entschieden werden, um ein entsprechendes Klima zu erzeugen.




    Kapitel II - Erweiterte Hilfen


    I.- Gerundien zur Vereinfachung der Sprache


    Das andauernde Verwenden von Partizipien kann zum Teil auch sehr störend sein. Um Abwechslung in dieses Schema hineinzubekommen kann man Gerundien (Sg. Gerundium) verwenden. Gerundien sind substantivierte Verben. D.h. aus „verwendend“ kann man einfach „die Verwendung“ mit einer passenden lokalen Präposition benutzen. So kann man aus

    Zitat

    Er bestieg keuchend und seinen Pickel verwendend den Berg


    folgendes machen:

    Zitat

    Seinen Pickel verwendend bestieg er mit schwerem Keuchen den Berg.


    Hier wurde die Satzstellung ein wenig verändert.


    II.- Charakterspezifische Atmosphäre


    Diese Tipps sind hauptsächlich in der Ich-Perspektive als „Addendum“ nützlich.
    Wenn ihr in der ersten Person schreibt, dann solltet ihr eure Empfindungen auch dem Charakter anpassen (s. Umgangssprache). Zum Beispiel wird der ruppige Seemann in seiner Erzählung nicht von „interpretieren“, sondern von „verstehen“ reden. Beim hohen Adligen genau umgekehrt. Dies dient lediglich dem Verstärken der Atmosphäre.





    III.- Allgemeines zum Abschluss


    Ein paar Regeln auf die Schnelle, die ihr beachten solltet:

    • Benutzt keine Umgangssprache in der Erzählung – das wirkt dem Lesefluss entgegen
    • Über- und untertreibt in der Erzählung nicht grundlos. Das kann zu Ungleichheit in den einzelnen Beiträgen führen
    • Erfindet andere Charaktere nicht neu und versucht, Steckbriefe bei der Beschreibung im Kopf umzuformulieren . So könnt ihr meist andere Charaktere gut erfassen.
    • Benutzt Kommata, um Sinnabschnitte abzugrenzen. Das kann vor Missverständnissen bewahren.